4. bis 7.10.2022 Schülermobilität nach Saint-Pol-de-Leon/ Frankreich

Morgen geht es los: Wir fahren nach Frankreich nach Saint Pol de Leon, das in der Bretagne liegt, und besuchen dort die Ecole Notre Dame de la Charité (die Schule von Genevieve Cueff, die Frau Michail in Flornez kennenlernte). Dafür bereiten wir zur Zeit bereits etwas vor. Mit einem Vorstellungsvideo soll unsere französische Gastschule in Saint Pol de Leon uns kennenlernen. Es sollen auch online-meetings stattfinden. Außerdem bereiten wir ein Video zu der Drachenlegende aus der Gegend vor. Dabei geht es um den Namensgeber der Stadt: Saint Pol - den Heiligen Paul - , der der Legende nach durch seinen Glauben an Gott den Drachen von der Insel Ile de Batz vertrieben hat. Wenn wir dann dort sind, werden wir mit unseren französischen Partnerschüler*innen zunächst segeln üben und dann unter anderem diese Insel besuchen, um die Spuren des Drachen zu suchen. Unser Englisch versuchen wir weiterhin zu verbessern, um gut zurechtzukommen. Vielleicht schaffen wir auch noch ein paar französische Wörter zu lernen.

Es wird bestimmt eine spannende Reise mit vielen neuen Eindrücken (sponsored by ADD Erasmus+ Konsortium)

Und hier der Bericht zu unserer Reise:

Deutsch-französisches Projekt der Wilhelm Busch Schule Wissen

Wilhelm Busch Schule Wissen besucht mit einer Abordnung von 7 Schülerinnen und Schülern und 3 Erwachsenen französische Schule in der Bretagne/ Frankreich und macht sich auf die Suche nach dem Drachen aus der Drachenlegende von Saint Pol, dem Namensgeber der Stadt Saint-Pol-de-Leon.

Ein internationales Projekt einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen? Nach Frankreich ohne Französisch im Lehrplan? Selbst die bisherigen Englisch-Kenntnisse hielten sich in Grenzen! Dies schienen auf den ersten Blick unüberwindbare Hürden zu sein, aber die Förderschullehrerin  J. Michail ließ sich nicht von der Idee abbringen, dieses Projekt zu starten – in der 50 jährigen Geschichte der Wilhelm Busch Schule gab es so etwas noch nie. Klassenfahrten in die Berge, ans Meer, auf die deutschen Inseln, auch in die benachbarten Niederlande – Ausflüge in die Nähe oder auch weiter weg - gab es schon häufiger. Aber einen Besuch in einer Stadt, die 1100 km entfernt ist – mit dem Zug – um dort mit französischen Schüler*innen gemeinsam ein Projekt zu gestalten und zu erleben! Das sollte etwas Besonderes werden.

Unterstützt vom ADD Erasmus+ Konsortium und dem Erasmus+ Team der Wilhelm Busch Schule, mit Konrektorin D. Köchling, W. Nett, S. Martinez, V. Epperlein, B. Brüß, die seit 2019 verschiedene Erasmus+ Fortbildungen und Kontaktseminare besucht hatten, begannen die konkreten Planungen in den Sommerferien 2022. Der Kontakt zu den französischen Kolleginnen wurde intensiviert und eine vorbereitende Reise fand statt. So konnte das Projekt dann in diesem Schuljahr 2022 mit den Lehrer*innen Frau Michail und Herrn Nett, die von L. Brandenburger, unserem ehemaligen FSJler und jetzigen GTS-Mitarbeiter unterstützt wurden, starten.

Die Klasse 8 lernte die Drachenlegende der Ile de Batz, einer Insel in der Nähe der Stadt Saint-Pol-de Leon, kennen. Der berühmte Namensgeber der Stadt Saint Pol hatte der Legende zufolge den gefährlichen Drachen auf der Insel durch seinen unerschütterlichen Glauben an Gott dazu gebracht, sich ins Meer zu stürzen. Vor der Insel gibt es eine Felsformation, wo sich das Meer gefährlich auftürmt und von der die Menschen denken, dass dies der Rücken des Drachen sei.

Drachenrücken im Meer

Diese Legende wurde ebenfalls in der französischen Schule École Notre Dame de la Charité  in Saint-Pol-de-Leon bearbeitet und es entstand ein Video, in dem die Schüler*innen mithilfe von Spielfiguren Saint Pol und den Drachen zum Leben erweckten. Die Sprache im Video war Englisch, um beiden Schülergruppen das Verständnis zu ermöglichen.

Karte zugfahrt

Nach der virtuellen Vorbereitungszeit, in der auch Welcome-Videos produziert wurden, begann die Reise am 4. Oktober früh morgens. 7 Schüler*innen und 2 Lehrer, sowie ein Mitarbeiter aus dem Ganztag (unser ehemaliger FSJler) machten sich mit kleinen Koffern/Rucksäcken auf den Weg. Wir reisten mit Bahn, Thalys, Metro und TGV. Der Regionalexpress nach Aachen kam pünktlich und bis Aachen gab es nur ein paar Minuten Verspätung. In Aachen kam der Thalys pünktlich und dass es im Zug so gutes WLAN gab, erstaunte alle. Auch war dieses Reisen so viel ruhiger als in deutschen Zügen und wir mussten unsere Gesprächslautstärken immer wieder anpassen. Mittags waren wir in Paris und suchten uns den Weg durch die unterirdischen Metrogänge bis hin zum Eiffelturm. Was für ein Anblick.

Picknick in Paris

 Rad vor dem Eiffelturm

Auf den Wiesen davor gab es das erste – und nicht letzte - gut belegte französische Baguette zum Mittagessen – Picknick vor dem Eiffelturm, wie so viele andere Franzosen – da hielt es uns kaum und es wurden vor Freude Räder geschlagen. 

Aber bald mussten wir weiter, denn der TGV – der französische Hochgeschwindigkeitszug – musste erreicht werden. Auch hier gab es WLAN und eine ruhige Reise. Um 18 Uhr dann erreichten wir die Bretagne und ein Bus brachte uns zur Jugendherberge von Reves de Mer. Ganz nah am Meer!

Zum Abendessen gab es ein Treffen mit den ersten französischen Lehrerinnen und auch Schüler*innen. Es waren 4 Gänge, die serviert wurden: In Erinnerung bleibt von allen Mahlzeiten der sooo leckere Käse, Fisch in verschiedenen Varianten, Muscheln, Crepes, und „nur“ Leitungswasser – ohne Sprudel und keine süßen Getränke. Für viele von uns eine Umstellung.

Die portugiesische Köchin aber sprach nur Englisch mit uns und alle konnten sich irgendwie verständigen und bekamen Nachschlag oder was sie benötigten.

Die Nacht war ruhig, da die Reise anstrengend und voller neuer Eindrücke war. Außerdem mussten wir Rücksicht auf die Nachbarklasse nehmen.

Der nächste Tag begann mit Cornflakes oder Baguette mit Butter/Marmelade und Kakao oder Tee/ Kaffee. Und dann ging es an den Strand – denn unser Ziel der Reise war ja die Insel Ile de Batz – aber um dorthin zu kommen, mussten wir segeln üben. Strandsegeln, bei extrem starkem Wind eine echte Herausforderung, aber im Doppelsitzer-Strandsegler mit deutsch-französischen Teams machte es großen Spaß – inklusive Driften, Kurvenfahren und den Wind voll auskosten. Die Verständigung klappte nicht nur auf Englisch, sondern auch mit Gesten, Zeichen und Zeichnungen im Sand.

Strandsegeln 1

Strandsegeln 3

Strandsegeln 4

Strandsegeln 5

Der Nachmittag wurde genutzt, um in der Stadt Saint-Pol-de-Leon auf die Suche nach dem Drachen und dem Heiligen Paul (Saint Pol) zu gehen. Und wir wurden überall fündig – auf den Plätzen und in der Kirche – dort war sogar der Schädel des Heiligen in einem Schrein aufbewahrt („Was machen die Christen nur für komische Sachen? – Kopf abhacken und in einer Kirche aufbewahren – das finde ich sehr seltsam“ sagte eine Schülerin). Außerdem stiegen wir auf den höchsten Turm der Gegend und hatten eine wunderbare Aussicht auch bis zur Ile de Batz. Aber dafür war die Wendeltreppe supereng und einigen war oben mulmig.

Die Rückfahrt mit dem Taxi war dann ein „mega Spaß“, da der Taxifahrer eine deutsche Playlist zur Verfügung stellte und so wurde sogar „Last Christmas“ und „Atemlos“ geschmettert.

Für den nächsten Tag war dann Ausflug zur Ile de Batz mit der französischen Klasse geplant. Mit dem Schiff ging es über das Meer und auf der Insel sollten die Schüler*innen dann, ausgestattet mit Karten den Weg zum Leuchtturm und dann zur „Drachen-ins-Meersturz-Stelle“ finden. Das übliche französische Picknick inbegriffen, gelang dies auch und die gemischtnationalen Teams freundeten sich langsam an. Am Drachenfelsen stellte sich aber dann die Frage – war der Drache hier wirklich ins Meer gestürzt? Wie hatte Saint Pol das geschafft? Warum waren bei den Felsen auf dem Meer so viele wilde Wellen, obwohl der Rest des Meeres relativ ruhig war? War dies wirklich der Rücken des Drachen?  Es blieben ungeklärte Fragen…

Ile de Batz 2 

Ile de Batz 1

 Felsen

Zurück in der Jugendherberge gingen wir heute endlich ins Meer schwimmen – einige von uns – zum Glück weit weg vom Drachen.

 

im Meer

 Reves de Mer Cahteau Kersaliou

Kersaliou

Aber wir hatten die Jugendherberge wechseln müssen und hatten nun den puren Luxus und durften im Schloss essen – im Chateau Kersaliou – wie die feinen Herrschaften – mit Blick auf das Meer. Herrlich!

Der letzte Abend wurde etwas länger und in der Nacht war sogar ein Uhu zu hören.

An unserem Rückreisetag besuchten wir noch den französischen Unterricht. Es gab Gespräche in Kleingruppen und hier fanden sich einige Snapchat und Fifa-Freunde. Wahrscheinlich treffen wir uns im Mai in Köln wieder.

Morlaix Klasse 1

Morlaix Klasse 2

Morlaix Klasse 3 2

 

Aber vor allem die französische Schule hat uns alle beeindruckt: so viele gut ausgestattete Turnhallen – mit Fußballtoren oder Basketballkörben oder Tischtennisplatten oder mit Badmintonnetzen oder mit Judo/Taekwondo-Matten oder mit Fitnessgeräten – für jede Sportart eine eigene Halle. Großartig!

Aber schon kurz nach dem gemeinsamen Picknick mussten wir uns verabschieden und zum Bahnhof gehen. Die Rückfahrt ging mit dem TGV nach Paris und nach kurzem Aufenthalt von dort nach Köln. Ab da wurden wir abgeholt und kamen am späten Abend alle gut zu Hause an - voll mit neuen Erkennnissen, Erlebnissen, Erfahrungen und ner Menge Selbstvertrauen.

Der Wunsch von allen: "Solche Touren müssen wir jetzt öfter machen!! Wann geht es wieder los?"

Das waren die Zeitungsartikel:

Mitteillungsblatt Altenkirchen-Flammersfeld am 27.10.22:

Mitteilungsblatt Bretagne